Chefsache #49 - Hör auf, auf den gesunden Menschenverstand Deiner Mitarbeiter zu hoffen

Shownotes

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Hör auf, auf den gesunden Menschenverstand zu hoffen


🎯 Worum es in dieser Folge geht

„Das muss man doch wissen.“

„Das ist doch logisch.“

„Das ist doch gesunder Menschenverstand.“

Kaum ein Satz richtet in Unternehmen mehr Schaden an als dieser.

Denn was für dich selbstverständlich ist, kann für einen Mitarbeiter völlig neu sein.

Und genau dort entstehen Missverständnisse, Frust und schlechte Ergebnisse.

Nicht, weil Mitarbeiter nicht wollen.

Sondern weil Führung häufig zu unklar ist.


🔍 Darum geht es konkret

In dieser Folge erfährst du:

  • warum schlechte Delegation fast immer ein Führungsproblem ist
  • weshalb der sogenannte „gesunde Menschenverstand“ oft eine Illusion ist
  • warum Mitarbeiter Aufgaben unterschiedlich verstehen
  • wie du Erwartungen klar formulierst
  • weshalb Prozesse Freiheit schaffen und keine Bürokratie sind
  • und warum Feedback während einer Aufgabe wichtiger ist als Kritik danach

🧠 Psychologische Hintergründe

Der Fluch des Wissens (Curse of Knowledge)

Sobald wir etwas wissen oder jahrelang tun, fällt es uns schwer, uns in jemanden hineinzuversetzen, der dieses Wissen noch nicht hat.

Deshalb glauben Führungskräfte häufig:

„Das ist doch selbstverständlich.“

Für neue Mitarbeiter ist es das aber oft nicht.


Mentale Modelle

Jeder Mensch arbeitet mit seinen eigenen Erfahrungen.

Diese bestimmen, was für ihn „logisch“ ist.

Deshalb können zwei Menschen dieselbe Aufgabe bekommen – und völlig unterschiedliche Ergebnisse liefern.

Nicht, weil einer schlechter ist.

Sondern weil beide unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was erwartet wird.


Feedback beschleunigt Lernen

Menschen lernen am effektivsten, wenn sie während eines Prozesses Rückmeldung erhalten.

Nicht erst am Ende.

Regelmäßige kurze Feedbackschleifen verhindern Missverständnisse, sparen Zeit und erhöhen die Qualität.


📖 Beispiele aus der Folge

Der Aktionstisch im Supermarkt

Am ersten Arbeitstag lautet die Aufgabe:

„Bau bitte den Aktionstisch auf.“

Weitere Informationen?

Keine.

Also wird jedes Produkt perfekt sortiert, ausgerichtet und dekoriert.

Sechs Stunden später stellt sich heraus:

Der Tisch hätte in kurzer Zeit fertig sein sollen – weil Kunden ihn ohnehin innerhalb weniger Minuten wieder durcheinanderbringen.

Nicht der Mitarbeiter war das Problem.

Sondern die fehlende Erklärung.


Der Satz, der fünf Stunden spart

Statt:

„Mach den Tisch.“

Hätte ein einziger Satz gereicht:

„Der Tisch muss bis 10 Uhr stehen. Mach ihn ordentlich, aber verliere keine Zeit mit Perfektion. Die Kunden räumen ihn sowieso gleich wieder um.“

Manchmal entscheidet ein einziger zusätzlicher Satz über Stunden an Arbeitszeit.


Der fehlende Zwischentermin

Nach einer Stunde kurz nachfragen:

„Wie läuft es? Kommst du zurecht?“

Oft reichen wenige Minuten Orientierung, um stundenlange Fehlentwicklungen zu vermeiden.


💬 Zentrale Gedanken aus der Folge

  • „Menschen arbeiten nicht falsch. Sie arbeiten mit den Informationen, die sie bekommen.“
  • „Die größte Falle guter Führungskräfte ist ihr eigenes Wissen.“
  • „Delegation ohne klare Erwartungen ist Glücksspiel.“
  • „Prozesse kosten einmal Zeit. Unklare Führung kostet jeden Tag Zeit.“
  • „Nicht jede Kontrolle ist Misstrauen. Gute Zwischentermine sind Orientierung.“
  • „Es gibt keinen gesunden Menschenverstand. Es gibt nur unterschiedliche Erfahrungen.“
  • „Wer Klarheit nicht schafft, darf sich über Missverständnisse nicht wundern.“
  • „Wer auf den gesunden Menschenverstand seiner Mitarbeiter hofft, delegiert nicht – er würfelt.“

🛠️ Impulse für deinen Führungsalltag

Bevor du das nächste Mal delegierst, frage dich:

  • Ist das Ziel eindeutig beschrieben?
  • Weiß der Mitarbeiter, worauf es wirklich ankommt?
  • Habe ich Prioritäten erklärt oder nur die Aufgabe genannt?
  • Weiß die Person, bis wann das Ergebnis erwartet wird?
  • Habe ich einen kurzen Zwischentermin vereinbart?
  • Könnte jemand, der neu im Unternehmen ist, meine Anweisung genauso verstehen wie ich sie meine?

Wenn du auch nur eine dieser Fragen mit „Nein“ beantwortest, liegt die Verantwortung zunächst bei dir – nicht beim Mitarbeiter.


🧩 Reflexionsfrage

Welche Aufgabe erklärst du immer wieder neu, obwohl ein sauberer Prozess oder eine klare Delegation dieses Problem längst lösen könnte?


🔚

Wenn dir diese Folge gefallen hat, dann teile sie gern mit jemandem, der gerade führt – oder geführt wird.

Und wie immer:

Sei gut zu dir. Sei klar mit deinen Mitmenschen und Mitarbeitern.

Jingle by ExplorerAUDIO

Transkript anzeigen

00:00:08: Klarheit ist keine Kontrolle.

00:00:20: Klarheit is Respekt!

00:00:22: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Chefsahren im Podcast für menschliche, wirksame und klarer Führungen.

00:00:27: Heute sprechen wir über einen Satz den ich in Unternehmen oder auch von Führungskräften ständig höre.

00:00:31: Vielleicht hast du ihn selber ja schon mal gesagt – und zwar der Satz «Das muss man doch wissen» oder «Das ist doch gesunder Menschenverstand».

00:00:38: Und genau dieser Satz eine der größten Denkfehler in der Führungszeit.

00:00:41: Denn was für dich selbstverständlich ist kann für anderen Menschen völlig neu sein!

00:00:45: Genau hier entstehen Frust-, Fehler- und Missverständnisse.

00:00:49: Am Ende glauben beide Seiten der andere sei ein Idiot.

00:00:52: Und du kennst vielleicht die Situation, ein Mitarbeiter macht eine Aufgabe völlig anders als du sie eigentlich erwartest.

00:00:58: Du schaust drauf und denkst dir, warum macht er das so?

00:01:00: Und der Mitarbeiter schaut dich an und denkt, warum hat mir es keiner gesagt oder nicht gleich anständig erklärt?

00:01:05: Denn genau hier beginnt schlechte Führung nicht bei der Ausführung sondern eben bei der Delegation.

00:01:10: Mir ging dasselbe auch mal so... Ich habe eine Aufgabe bekommen, als ich damals bei Lidl in der Einarbeitung war.

00:01:15: Und der Filialeiter meinte, hey Markus, baue doch mal die Aktion auf und Aktionen!

00:01:19: Das sind die Tische, die ihr erkennt aus der Mitte wo dann ja dieser ganze normale Kram ist nicht die Lebensmittel sondern T-Shirts Spielzeug, Tupper Freizeitaktion und was weiß ich also dieses ganze Zeug in der Mitte?

00:01:34: Und das weiß ich nur ganz genau, damals war WM.

00:01:39: Er hat mich dann hinten ins Lager gesteckt, er hat gesagt hey Markus du machst einfach mal die Aktion.

00:01:42: Machst dir bisher einen ganz ordentlichen Job hier in der Filiale, mach's schon!

00:01:45: Das war alles.

00:01:46: Das heißt ich hab einfach angefangen das ganze da rein zu packen an den Tisch und zwar war das Merchandise von der WM und das war ein Kleinscheiß, das war echt sau viel Zeug Und ich habe ewig gebraucht wirklich ewig für die ganzen Trillerpfeifen Schweißbänder Schlüsselbänder was weiß ich es da alles gab?

00:02:03: Und am Ende... Ich war fertig, ich war happy Weil das Merchandise lag alles perfekt da drinnen.

00:02:11: Wirklich, das war so ordentlich!

00:02:13: Da war jedes einzelne Teil perfekt reingesteckt.

00:02:16: Ich dachte echt ich mache noch richtig gut einen Job und habe mir richtig Mühe gegeben.

00:02:19: Sechs Stunden lang.

00:02:21: Und dann bin ich raus die Mitarbeiter schon so argwünscht was hast du denn da so ewig gemacht?

00:02:25: Ich hab die Tische aufgebaut.

00:02:27: Aha!

00:02:28: Alles klar.

00:02:28: Chef war ja nicht mehr da.

00:02:29: also der Filialerter kam am nächsten Morgen zu mich direkt und sagte Was hast Du denn da hinten sechs Stunden gemacht?

00:02:37: Warum denn nicht?

00:02:39: Dann sagt er, es dauert viel zu lange.

00:02:40: Da brauchst du maximal anderthalb Stunden für.

00:02:43: und dann habe ich mir so gedacht ja warum sagt mir das denn auch niemand dass sich dafür eine halbe Stunde braucht?

00:02:49: warum hat mir niemand erklärt dass das ganze nach zehn minuten aussieht wie Dresden fünfundvierzig das heißt dass die tische sowieso alle komplett auseinander geruppt sind?

00:02:58: hätte mir das jemand gesagt hätte ich die kartons umgedreht hat sie reingekippt einigermaßen verteilt und nicht weil ich faul gewesen wäre, sondern weil ich verstanden hätte was wirklich wichtig ist.

00:03:07: Und ich war ja nicht langsam!

00:03:09: Ich hatte nun nicht die Information die gebraucht hätte.

00:03:11: Genau das passiert jeden Tag in Unternehmen.

00:03:15: Was ist somit aber jetzt die Schlussfolge daraus?

00:03:19: Derjenige denkt... boss der doof.

00:03:21: ich denke dann saß mir doch ordentlich und die mitarbeiter draußen dachten ja auch her.

00:03:24: super ein verkaufsleiter von der unni ist ja klar dass aus dem nix wird das der das nicht hinkriegt.

00:03:29: das heißt wir haben alle übernahe gedacht es wird joten sind und wir haben allem übereinander gedacht okay das is frust pur.

00:03:35: Und für viele führungskräfte ist es doch so dieses motto ja das ist logisch aber logisch für wen?

00:03:40: Für dich oder für den menschen, der diese Aufgabe gerade zum ersten mal macht?

00:03:44: und hier ist wichtig einfach den psychologischen Hintergrund zu verstehen.

00:03:47: Also the Curse of Knowledge nennt man das gerne, der Fluch des Wissens.

00:03:51: Das heißt sobald wir etwas wissen können wir uns kaum noch vorstellen wie es ist es nicht zu wissen und deshalb glauben wir unsere Mitarbeiter müssten automatisch verstehen was wir meinen.

00:03:59: dabei verstehen sie oft nur was wir gesagt haben und nicht dass wir gedacht haben.

00:04:03: und das ist glaube ich auch das wichtigste auch für Empathie übrigens.

00:04:07: Das heisst unsere Gehirne funktionieren alle unterschiedlich.

00:04:11: jeder hat ein anderes Gehirn Und wir haben Informationen, die uns die Umwelt gibt.

00:04:16: Das heißt da steht ein Fahrrad, da stehen Blumen... Da stehen Autos mit allem drum und dran!

00:04:21: Und diese Informationen müssen erstmal durch das Gehirn komplett gefiltert werden.

00:04:25: Diese Filter sind nun mal Erfahrungsberichte.

00:04:28: Das sind aber auch unsere Hormone, die unterschiedlich funktionieren.

00:04:32: Männlein, Weiblein, Jung-Alt, das sind Unterschiede biologische Prozesse, die im Gehirnen laufen.

00:04:38: Das ist Sichtweisen, das ist Denkweisen.

00:04:42: All diese Filter Sorge im Endeffekt dazu, dass am Ende ja da ein Auto steht, ja da Blumen stehen.

00:04:48: Aber wie sie trotzdem anders wahrnehmen.

00:04:49: das heißt es sind unterschiedliche Wahrheiten und das heißt jeder Mensch sieht die Dinge aus anderen Blickwinkeln hat eine eigene Wahrheit oder eine andere Wahrheit.

00:04:59: Und deswegen ist die größte Falle für uns Führungskräfte oftmals unser eigenes Wissen Die eigene Erfahrung die wir haben.

00:05:04: Denn Delegieren heißt nicht, mach das mal.

00:05:07: Wir verwechseln gerne Delegation mit Aufgabenverteilungen.

00:05:09: Das ist ein Riesenunterschied.

00:05:11: Aufgabenverteilung und ordentliches Delegiern heißt nicht machen wir bitte den Tisch sondern Delegien bedeutet eben hey erkläre was genau ist das Ziel?

00:05:19: Wie soll das Ergebnis aussehen?

00:05:21: bis wann muss es fertig sein?

00:05:22: worauf kommt es wirklich an?

00:05:24: wo darfst du selbst entscheiden und welche stolper fallen?

00:05:28: könnte es eventuell geben?

00:05:30: und stell dir vor Mein Filialer hätte damals nur einen einzigen Satz ergänzt.

00:05:35: Die Tische müssen dann von zwei Stunden fertig sein, Kunden greifen sowieso rein machen alles durcheinander macht ordentlich aber verlier keine Zeit und Perfektion.

00:05:43: dieser eine Satz hätte mir fünf Stunden Arbeit erspart und Frust auf allen Ebenen.

00:05:49: Und Delegation ohne klare Erwartung ist kein Führungsinstrument.

00:05:52: das ist ein Glücksspiel.

00:05:53: Das heißt wenn ich nur dreißig Prozent vierzig Prozent delegiere Dann sind die sechzig Prozent gut.

00:05:58: Glück dass es genauso funktioniert wie ich's mir vorstelle Und viele Führungskräfte denken eben, ja aber für solche Sachen habe ich keine Zeit.

00:06:06: Wenn du das nicht hast dann wirst du dauerhaft keine Zeit haben Denn schlechte Aufgaben kommen immer zurück wenn sie schlecht erklärt sind.

00:06:14: Das heißt es kommen Rückfragen Es kommt Fehler Es kommen Reklamationen Frust Zeitverlust finanzieller Verlust und Du kannst etwas zehn mal erklären oder du kannst es sauber dokumentieren.

00:06:24: Das gehört für Delegation übrigens auch dazu, klare Aufgabenschreibung, klere Aufgabenverteilungen, kläre Einarbeitungsprozesse und somit entsteht viel weniger Frust.

00:06:34: Und natürlich ist das manchmal auch ein Ego-Thema.

00:06:37: aber dass ihr ja dieses typische wurde dann noch denkst Ja super wenn ich so erkläre und dann kommt zurück dann kann sich auch gleich selber machen um.

00:06:44: manche Führungskräfte die fühlen sich daneben im Ego auch noch gestreichelt weil sie denken ja ohne mich läuft hier nichts Aber immer dran hängen, guter Chef ist ein Bärlich.

00:06:52: Und dazu gehört eben genau dasselbe.

00:06:55: und ich kenne Führungskräfte die jeden Montag dieselben Fragen beantworten seit Jahren nicht weil die Mitarbeiter unfähig sind sondern weil nie jemand den Prozess sauber beschrieben hat.

00:07:03: Prozesse kosten einmal Zeit, unklare Führungen kostet jeden Tagzeit und sie kostet Geld.

00:07:08: und jetzt kommt der nächste Fehler viele Führungskräfte delegieren und dann heißen Sie das sie nicht mehr da sind.

00:07:15: Das heißt sie verschwinden und dann heißt es nämlich der macht das schon.

00:07:20: oder jetzt will ich nicht kontrollieren, aber darum geht es gar nicht.

00:07:22: Es geht nicht um Kontrolle sondern immer wieder um Orientierung.

00:07:25: und deswegen stellt ihr die Situation vor mein Filialalter wäre nach einer Stunde reingekommen hätte gefragt wie läuft's brauchst du was?

00:07:31: Und dann sage ich weiß nicht schau mal drüber und da sagt er wow okay krass so ein ordentlichen Tisch habe ich wahrscheinlich noch nie hier gesehen brauchste nicht macht das einfach ein bisschen zügiger.

00:07:44: nimm die Kartons schmeiß sie einfach so rein.

00:07:46: einfach umkippen und dann mach weiter und dann darfst du fertig werden Und dann wäre das Thema erledigt gewesen.

00:07:51: Keine sechs Stunden, keine Frust und keine Missverständnisse.

00:07:54: Nicht jede Kontrolle ist misstrauen sondern gute Zwischentermine sind Orientierung.

00:07:58: Du kannst dir an Weg noch so gut beschreiben.

00:08:00: Das ist wie wenn du ein Mitarbeiter sagst, du läufst jetzt bitte von A nach B – sechs Kilometer!

00:08:05: Auf dem Weg dahin... wird er gewisse Erfahrungen machen.

00:08:08: Er wird Dinge sehen, er wird Dinge auch vergessen und dann gibt es etwas.

00:08:12: das sieht aus wie eine Abzweigung und eigentlich würde es genau da lang gehen.

00:08:16: aber der andere Weg ist irgendwie auch so ähnlich und das heißt er steht an einem Scheidepunkt und die Wahrscheinlichkeit dass er vielleicht links läuft ist extrem hoch obwohl rechts der bessere weg wäre.

00:08:26: und diese Zwischenkontrolle einfach mal kurz zu machen genau an der Stelle oder nach der Stelle hilft ihm Energie zu behalten, hilft ihm eben Orientierung zu geben.

00:08:37: Und diese Orientierung hilft eben genau dann, wenn etwas neu ist und das ist Feedback!

00:08:42: Und ohne Rückmeldung weiß eben niemand ob er auf dem richtigen Weg ist.

00:08:45: Genau deshalb entwickeln sich Menschen mit regelmäßigem Feedback viel schneller als Menschen die erst am Ende erfahren dass sie alles falsch gemacht haben.

00:08:51: Deswegen arbeite ich auch selber so gerne Scrum-like, dass ich wirklich sage okay manchmal vielleicht ein kleines Briefing aber dann wirklich kreativ mitten im Daily wo wir uns immer wieder abstimmen um mein Team regelmäßig frühzeitig Feedback bekommen Weil ansonsten ist der Frust extrem hoch, dass jemand nach vier Wochen etwas erarbeitet hat, ordentlich Energie reingegeben hat, recherchiert hat mit allem drum dran und dann sage ich hier das habe ich mir mal ganz anders vorgestellt.

00:09:16: Das ist Frust!

00:09:17: Und deswegen vielleicht auch der wichtigste Gedanke, der ja auch vielleicht ein bisschen kontrovers ist.

00:09:21: aber ich glaube es gibt gar keinen gesunden Menschenverstand zumindest nicht so wie wir ihn im Alltag nutzen Weil jeder Mensch eben eine eigene Geschichte hat.

00:09:29: Jeder hat andere Ausbildung, jede hat andere Erfahrungen, jeder hat andere Prioritäten.

00:09:33: Sag mal zum Schreider macht das ordentlich, sagt zu einem Banker macht es ordentlich?

00:09:36: Sagt das zu einem Koch?

00:09:38: Alle drei verstehen etwas ganz unterschiedliches drunter und keiner liegt damit automatisch falsch.

00:09:42: Es sind unterschiedliche Sichtweisen, unterschiedliche Erfahrungen Und egal ob du das Gefühl hast hey die Menschen haben doch den gleichen Lebenslauf.

00:09:49: Nein, haben Sie nicht.

00:09:51: Das sehen wir selbst in der Erziehung von Kindern die vielleicht auch das gleiche vermeintliche erlebt haben.

00:09:57: aber stell dir vor zwei Söhne ähnliches Alter und ihr Leben wieder vatergewalttätig ist Und du wirst jetzt denken ja beide haben erst gleich erlebt?

00:10:07: Nein, Haben sie nicht!

00:10:09: Weil der eine sieht wie der andere verdroschen wird und selbst wenn der Andere danach vertroschen würde hat der andere schon ein ganz anderes Gefühl dafür weil er eben der erste war.

00:10:20: Diese Sichtweisen sind so komplett unterschiedlich, dass oftmals nämlich auch genau die Entwicklung von beiden so konträr ist.

00:10:26: Und deswegen erleben wir es ja dann oft so, dass einer auch gewalttätig wird und der andere komplett das Gegenteil ist und sehr friedlich ist.

00:10:33: Deswegen gibt es keinen gesunden Menschenverstand, es gibt nur unterschiedliche Erfahrungen.

00:10:38: Die Verantwortung liegt eben genau bei dir.

00:10:39: Das heißt wenn ein Mitarbeiter eine Aufgabe falsch ausführt, dann stell dir bitte die Frage habe ich klar delegiert?

00:10:47: hat er alles von mir bekommen, um diese Aufgabe perfekt auszuführen.

00:10:53: Denn wenn Mitarbeiter immer wieder dieselben Fehler machen dann liegt das Problem meistens nicht bei Mitarbeitern sondern im System oder in der Erklärung.

00:11:02: und wenn du also Klarheit schaffst Dann wirst du keine Missverständnisse haben.

00:11:07: Wenn du Klarheit nicht schaffest, dann darfst du dich über Missverständnisse die nicht wundern.

00:11:11: Und die Mitarbeiter wollen gute Arbeit leisten.

00:11:13: Niemand steht morgens auf und denkt sich heute mache ich alles falsch.

00:11:16: Sie arbeiten mit dem was sie verstanden haben Und genau deshalb ist Delegation keine Nebensache, sie ist eine der wichtigsten Führungsaufgaben überhaupt.

00:11:23: Mit Prozessen mit Strukturen, mit Einarbeitungsleitfäden – das ist echte Delegition!

00:11:28: Hoffnung ist keine Strategie und gesunder Menschenverstand ersetzt auch keine klare Kommunikation.

00:11:33: Denn wer auf den gesunden Menschenverstand seiner Mitarbeiter hofft?

00:11:36: Der delegiert nicht, der würfelt.

00:11:38: Du bist kein Glücksspieler, du bist Führungskraft.

00:11:40: Und deine Aufgabe als Führerskraft ist eben auch Orientierung in Sicherheit zu geben.

00:11:44: Deswegen frag dich selbst welche Aufgabe erklärst du immer

00:11:47: wieder?!

00:11:48: Obwohl ein Sauberprozess sie längst überflüssig machen würde.

00:11:52: Wenn dir diese Folge also gefallen hat, dann teil sie gerne mit jemandem der gerade führt oder geführt wird.

00:11:56: und wie immer sehr gut zu dir, sei klar mit deinen Mitmenschen und Mitarbeitern!

00:11:59: Das war Chefsache für heute euer Markus.

00:12:15: Ciao!

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